Pressemitteilung der Kampagne "Privat kopieren ist kein Verbrechen!"
von: Campact, Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Kampagne fairsharing, Netzwerk freies Wissen
Berlin, 20.11.2006
âDie Kriminalisierung beenden!â
Internet-GefÀngnis mit 3.230 Insassen
dem Rechtsausschuss des Bundestages prÀsentiert
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), das Online-Netzwerk Campact, die Fairsharing-Kampagne und das Netzwerk freies Wissen haben heute anlĂ€sslich der Anhörung des RechtsÂausschusses des Bundestages zur Novellierung des Urheberrechts das weltweit erste Internet-GefĂ€ngnis als groĂes Banner prĂ€sentiert. In den letzten vier Wochen hatten 3.230 BĂŒrger eine Zelle in dem GefĂ€ngnis bezogen. Das Banner wurde vor dem Bundestag von in StrĂ€flingsÂanzĂŒgen gekleideten Menschen gehalten, die groĂe Kopfhörer trugen und eine Eisenkugel hinter sich her zogen. Auch weiterhin können BĂŒrger unter www.wir-haben-privat-kopiert.de in das GefĂ€ngnis einziehen.
Zudem ĂŒberreichten die Organisationen den Obleuten der Fraktionen im Rechtsausschuss eine Petition, die von den âGefĂ€ngnisinsassenâ unterzeichnet wurde. Diese fordert die Abgeordneten auf, eine Bagatellklausel in das Urheberrecht aufzunehmen. Nur die CDU/CSU-Fraktion verweigerte die Annahme der Petition.
âDie Abgeordneten mĂŒssen heute die groĂe Chance ergreifen, die Kriminalisierung von Millionen BĂŒrgern durch das Urheberrecht zu beendenâ, so Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact. âWir brauchen kein Klima der Unsicherheit durch eine uneindeutige Rechtslage sondern endlich Rechtsklarheit.â âBeim Kopieren in geringem Umfang und fĂŒr den privaten Gebrauch handelt es sich allenfalls um eine Bagatelle und deshalb muss dieses auch so behandelt werden,â so Oliver Moldenhauer von der Fairsharing-Kampagne und dem Netzwerk freies Wissen. âDie Bagatellklausel wurde auf Druck der Unterhaltungsindustrie aus dem Gesetzentwurf gestrichen, auf Druck der BĂŒrger muss sie jetzt wieder aufgenommen werden.â
Mit der Petition fordern die Organisationen die Abgeordneten zudem auf, Kopierschutzsysteme, die Sicherheits- und Datenschutzrisiken verursachen, zu verbieten. âDer BĂŒrger muss ein Recht auf Privatkopie haben,â sagte Patrick von BraunmĂŒhl, stellvertretender Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. âDerzeit hat der Verbraucher noch nicht einmal einen Anspruch auf eine Sicherungskopie.â
Die Petition lehnt zudem PlÀne der Regierung ab, Unterhaltungs-konzernen einen freien Zugang zu den Daten von Kunden der Internetprovider zu gewÀhren, wenn die Unternehmen diese verdÀchtigen, privat kopiert zu haben.
Ihre Ansprechpartner:
Christoph Bautz, Campact e.V.: bautz@campact.de
t 0 42 31 . 957 445, m 0163 . 595 75 93
Patrick von BraunmĂŒhl, vzbv: wirtschaft@vzbv.de
Oliver Moldenhauer, fairsharing, Netzwerk Freies Wissen: info@fairsharing.de, m 0177 . 3068911
Petition an die Mitglieder des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages:
Der Download und das Kopieren von Musik und Filmen in geringem Umfang und zu privaten Zwecken ist kein Verbrechen. Sorgen Sie fĂŒr die Aufnahme einer Bagatellklausel, wie sie im ursprĂŒnglichen Gesetzentwurf enthalten war.
Strafverfolgung ist Aufgabe der Staatsanwaltschaften. Unterhaltungskonzerne dĂŒrfen keinen freien Zugang zu den Daten von Internetprovidern erhalten, wenn die Unternehmen diese verdĂ€chtigen,privat kopiert zu haben.
Verpflichten Sie die Unterhaltungsindustrie dazu, die Erstellung von Privatkopien zu ermöglichen. Verbieten Sie Kopierschutzsysteme, die Sicherheits- und Datenschutzrisiken verursachen.
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Privatkopie, 10.07.2007